Über diesen Blog

2006 tauchte sie plötzlich auf! Im Rahmen unseres Ausstellungsprojektes „WUNDERSAME. Entdeckungen zwischen Kunst und Natur“ im Botanischen Garten Düsseldorf erschien sie auf der Insel der Neophyten. Ein sogenannter ‚Biomorph‘ und eine Rarität – unser Spezialgebiet! … seitdem sind wir dem Rätsel der Wandersprosse auf der Spur … und folgen unaufhörlich ihrer Wanderroute.

Dieses Weblog möchte das bis heute vorhandene Wissen rund um die WANDERSPROSSE zusammenstellen – weiter recherchieren, neue Spuren verfolgen, Aktuelles in Augenschein nehmen, sammeln und veröffentlichen. Und damit nicht nur den Blick auf diese faszinierende Lebensform schärfen, sondern auch auf oftmals unbeachtete Phänomene der Natur aufmerksam machen. Konstruktive Beiträge zur Vervollständigung dieses Porträts sind herzlich willkommen (s.u. Kontakt).

Ihren Namen verdankt sie übrigens einer weitaus bekannteren Pflanze und deren Verbreitungsstrategie durch oberirdische Ausläufersprossen, der Brombeere (Rubus fructicosus):

„Alljährlich entwickelt sie kräftige, kantige (…) Schößlinge, welche anfänglich kerzengerade in die Höhe wachsen, gegen den Herbst zu aber weite Bogen bilden, was zur Folge hat, daß ihre Spitzen sich dem Erdreiche nähern. Noch bevor diese den Erdboden erreicht haben, entstehen an ihnen nahe an der Basis kleiner schuppenförmiger, verkümmert aussehender Blätter Höcker als erste Anlagen von Wurzeln.
Hat die Stammspitze den Boden erreicht, so verlängern sich die mit der Erde in Kontakt gekommenen Höcker zu wirklichen Wurzeln, und diese senken sich in das Erdreich ein. Sie verlängern sich sehr rasch, es bilden sich zahlreiche Seitenwurzeln an ihnen aus, und in kurzer Zeit ist ein umfangreiches unterirdisches Wurzelsystem hergestellt. Aber auch die Stammspitze, welche den Ausgangspunkt für
dieses Wurzelwerk bildet, und die jetzt auffällig verdickt erscheint, ist unter die Erde gekommen.
Dieselbe wurde durch die Wurzeln in die Tiefe gezogen und bleibt nun hier in der Erde eingebettet. Im darauf folgenden Frühling,
bisweilen schon in demselben Herbst, in welchem die Einwurzelung erfolgte, wächst diese Stammspitze, ernährt von ihren Wurzeln, zu einem Sproß aus, der sich wieder über die Erde vorschiebt.“

Schilderung des Botanikers Anton Kerner von Marilaun in: Pflanzenleben, 2 Bde., Leipzig/ Wien 1896

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