Erstfund in Oberhausen-Osterfeld

wandersprossen-fund_osterfeld02-2014Fundort Osterfeld, Olga Gelände, feuchte Wiese;
Datum: 9.2.2014, 10.30 Uhr;
Fundumstände: Hund Utz findet beim Morgenspaziergang frisches Austrittsloch einer Wandersprosse.
Aufgrund der Größe der Austrittsöffnung von rd. 9cm gehe ich davon aus das es sich um ein juveniles, vielleicht 2-jähriges Exemplar von Stirps vagans muelleri gehandelt hat.
Leider keine Kriechschleimspuren mehr zu finden, so das eine artgenaue Determination nicht möglich war.
Ich denke ein Erstfund für Osterfeld?

Freundlich grüßt
Hans-Walther Rath

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Wandel als Lebensprinzip

„Pflanzen sind durchaus nicht unbeweglich, auch wenn wir dazu neigen, diesen normalerweise fest in der Erde verwurzelten Organismen jegliche Art von Mobilität abzusprechen. Vergegenwärtigt man sich aber, daß die hauptsächliche Bestimmung einer Pflanze – und in diesem Punkt unterscheidet sie sich nicht von einem Tier – darin besteht, Nachkommen hervorzubringen, die dann abseits der Mutterpflanze einen Platz zum Leben benötigen, wird einem schnell klar, daß auch Pflanzen in irgendeiner Phase ihres Lebens wandern müssen.“

David Attenborough
in: Das geheime Leben der Pflanzen, Bern/ München/ Wien 1995, S. 12

Phantom Wandersprosse – Eifel, Juli 2008

Augenzeugenbericht des Mykologen Ferdinand Bartels vom 2.7.2008:

„Am Abend des 2.7.2008 fielen mir, im Rahmen meiner pilzkundlichen Studien zur Verbreitung von Lycogala epidendrum (Blutmilch- Schleimpilz) auf Nadelholzstubben in der Vulkaneifel auf einer Wiese am Rande einer dichten Nadelwalddickung eigenartige und auf den ersten Blick unwirklich erscheinende bogenförmige Strukturen auf.
Bei vorsichtiger Annäherung erkannte ich mehrere etwa armdicke sprossähnliche Triebe, die den Wiesenboden durchbrochen hatten und dann nach einem parabelähnlichen Bogen wieder in der Erde verschwanden. Bei genauer Nachsuche im näheren Umfeld konnte ich zwei „Triebe“ finden, die gerade die Bodenoberfläche durchbrachen. Irritierend war vor allem auch, dass die Triebe ein langsames aber durchaus sichtbares Wachstum zeigten. Im Dämmerlicht stellte sich die Oberfläche als leicht schleimige, mit einem feinen weißlichen Netz überzogene Haut dar. (…)
Am nächsten Tag suchte ich den Ort wiederum mit einigen Kollegen des mykologischen Vereines auf, um eine Bestätigung und fachliche Einschätzung des mir unbekannten Phänomenes zu bekommen. Leider waren am Ort keine der von mir vorgefundenen Strukturen mehr zu erkennen. Bei intensiver Nachsuche durch alle Beteiligten konnten wir aber an einigen Stellen die Austritts- oder Eintrittsöffnungen im Boden finden. Diese waren kreisrund, scharf abgegrenzt und mit Resten einer schleimartigen, aber nun ausgehärteten Schicht bedeckt. (…)“